Sport verbindet, stärkt und schafft Vorbilder

01. Juni 2026

An der LVR-David-Ludwig-Bloch-Schule Essen ist Sport weit mehr als Bewegung. Sport bedeutet Begegnung, Selbstvertrauen, Gemeinschaft und Identitätsstärkung. Unsere Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation erleben dabei immer wieder, dass ihre Taubheit kein Hindernis ist, sondern ein Teil ihrer Persönlichkeit, auf den sie stolz sein können.

Grugalauf 2026 – Gemeinsam über sich hinauswachsen

Beim diesjährigen Grugalauf am 29. April 2026 im Grugapark Essen gingen Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen der David-Ludwig-Bloch-Schule an den Start. Während viele Kinder der Grundschule die 0,7-km-Strecke meisterten, liefen die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I die anspruchsvolle 2,5-km-Runde. Einige von ihnen absolvierten die Strecke bei sommerlichen Temperaturen sogar zwei- oder dreimal.

Besonders stolz trugen viele die Rückennummer „TAUB“. Diese signalisiert anderen Läuferinnen und Läufern, dass sie von hinten nicht hören können, und schafft gleichzeitig Sichtbarkeit für die Deaf Community. So wurde jede gelaufene Runde auch zu einem Zeichen für Aufklärung, Sicherheit und Inklusion.

Ein Teilnehmer trägt ein Schild auf dem Rücken mit dem Hinweis "Taub".

Mit großer Begeisterung verfolgten die Sportlehrkräfte Frau Decker und Herr Eller die beeindruckenden Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Als Belohnung wartete am Ende für alle ein wohlverdientes Wassereis.

Sportgruppe mit Frau Decker

Der Grugalauf war zugleich die Generalprobe für ein noch größeres Ziel: den Rhein-Ruhr-Schulmarathon in Duisburg.

Historischer Moment beim Rhein-Ruhr-Schulmarathon in Duisburg

Am 8. Mai 2026 schrieb die David-Ludwig-Bloch-Schule Geschichte.

Zum ersten Mal nahm mit unserer Schule eine Förderschule am AOK-Rhein-Ruhr-Schulmarathon in Duisburg teil. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit zwischen Herrn Eller und dem Organisationsteam des Rhein-Ruhr-Marathons. Herr Eller, selbst mehrfacher Teilnehmer des Marathons und internationaler Botschafter für Inklusion im Laufsport, setzte sich bereits erfolgreich für die Einführung der Rückennummer „Deaf Runner“ bei zahlreichen großen Laufveranstaltungen ein.

Mit der Teilnahme unserer Schülerinnen und Schüler setzte Duisburg ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion.

Von der Grundschule bis zur Sekundarstufe I gingen zahlreiche Schülerinnen und Schüler auf die Strecken über 800 Meter, 2,1 Kilometer und 4,2 Kilometer. Begleitet wurden sie von Frau Decker, Frau Soyler, Frau Fischer-Kowalewski und Herrn Eller. Alle Teilnehmenden erhielten professionelle „Deaf Runner“-Rückennummern und repräsentierten die Schule mit großem Stolz.

Viele unserer Schülerinnen und Schüler erreichten hervorragende Platzierungen und liefen sogar in die Top 10 ihrer Altersklassen. Noch wichtiger als jede Platzierung war jedoch der Mut, die Ausdauer und die Freude, mit der sie sich den Herausforderungen stellten.

Unterstützt wurden sie von zahlreichen Fans entlang der Strecke. Auch die Schulleitung, Frau Strewginski und Herr Salber-Correia, ließ es sich nicht nehmen, vor Ort anzufeuern und die jungen Sportlerinnen und Sportler zu unterstützen.

Junge Sportler mit der Schulleitung

Als alle Teilnehmenden schließlich ihre Medaillen um den Hals trugen, wurde deutlich: Diese Medaillen standen nicht nur für sportliche Leistungen. Sie standen für Teilhabe, Selbstvertrauen und die Gewissheit, dass auch gehörlose und schwerhörige Kinder ihren Platz im Sport und in der Gesellschaft haben.

Sportgruppe mit Herrn Eller

Ein herzlicher Dank gilt den Schülerfirmen für die Übernahme der Startgebühren sowie Frau Loch für ihre Unterstützung bei der Verwirklichung dieses besonderen Projekts.

Unsere Botschaft

Die David-Ludwig-Bloch-Schule möchte jungen gehörlosen und schwerhörigen Menschen zeigen, dass ihnen alle Wege offenstehen. Durch sportliche Projekte erleben unsere Schülerinnen und Schüler Erfolg, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit. Sie knüpfen Kontakte zu hörenden Menschen, bauen Berührungsängste ab und werden sichtbar.

Vielleicht steht unter ihnen bereits die nächste gehörlose Deutsche Meisterin, der nächste Deaflympics-Teilnehmer oder die nächste Weltrekordhalterin. Vor allem aber wachsen hier junge Menschen heran, die lernen, an sich selbst zu glauben.

Denn jede große Reise beginnt mit dem ersten Schritt – und manchmal mit einem Startschuss, den man gar nicht hören muss.

Anbringen der Laufschilder mit dem Hinweis "Taub"