Deutsch-Polnischer Schüleraustausch – Warschau-Danzig 2026

11.06. - 18.06.2026

Vom 11.06. bis zum 18.06.2026 machten wir, die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7b, 7c und 7d, uns auf den Weg zu einem deutsch-polnischen Schüleraustausch. Unter dem Thema „Über Barrieren hinweg – wir lernen unsere deutsch-polnische Geschichte kennen und verstehen“ beschäftigten wir uns intensiv mit der gemeinsamen Vergangenheit beider Länder.
Dabei setzten wir uns besonders mit schwierigen Kapiteln der deutsch-polnischen Geschichte auseinander, vor allem mit ausgewählten Aspekten des Nationalsozialismus unter Hitler und des Zweiten Weltkriegs.

Wir starteten früh morgens unsere Reise nach Warschau, wo wir abends am Central‑Bahnhof von der polnischen Gruppe herzlich empfangen wurden. Gemeinsam fuhren wir zum Internat des Instytut Głuchoniemych, in dem wir für die ersten Tage untergebracht waren. Die polnischen Schüler:innen bereiteten uns ein leckeres Abendessen zu, und wir fühlten uns sofort willkommen. Nach einer ersten Kennenlernrunde beider Gruppen besprachen wir das Programm der kommenden Tage. Am Abend gab es dann noch einen Spieleabend.

Logo des Polenaustausches

Am nächsten Tag wurden wir in einer Schulversammlung offiziell vorgestellt. Anschließend nahmen wir an einem Workshop zur Sprachanimation teil und verglichen gemeinsam die deutsche und polnische Gebärdensprache. Besonders spannend war der Besuch der Gehörlosen-Schule, bei dem wir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten feststellten und schnell merkten, wie gut die Verständigung über Gebärden funktionierte. Am Nachmittag besuchten wir gemeinsam das Wissenschaftszentrum Kopernikus, wo wir an interaktiven Stationen experimentieren konnten. Wir erkundeten die Umgebung des Instituts für Gehörlose und machten einen Stadtspaziergang entlang des Königswegs. Am nächsten Morgen frühstückten wir wieder gemeinsam und besprachen den Tagesablauf. Ein besonders eindrucksvoller Programmpunkt war die Geschichte der gehörlosen Warschauer Aufständischen. Der Besuch im Museum des Warschauer Aufstands gab uns einen tiefen und bewegenden Einblick in die Ereignisse des Jahres 1944.Danach spazierten wir durch das jüdische Viertel und tauschten uns in einer freien Sprachanimation erneut über die Unterschiede unserer nationalen Gebärdensprachen aus. Ein weiteres Thema war „Die Zigarettenkinder vom Drei‑Kreuze‑Platz“. Dazu besuchten wir eine Ausstellung im Institut für Gehörlose. Beim anschließenden Spaziergang durch die Altstadt nahmen wir an einer Geschichte‑Rallye teil, die uns spielerisch durch die wichtigsten Orte führte. Danach hatten wir Freizeit in gemischten Gruppen und konnten Warschau auf eigene Weise erleben.

Gemeinsam mit der polnischen Gruppe machten wir uns schließlich auf den Weg nach Danzig. Dort besuchten wir die Gedenkstätte Westerplatte und lernten viel über die Verteidigung im September 1939. Die Schifffahrt dorthin hat und viel Freude bereitet. In Danzig erkundeten wir die Altstadt von Danzig und hatten erneut Freizeit in gemischten Gruppen. Am nächsten Tag besuchten wir das Museum des Zweiten Weltkriegs und nahmen an Workshops teil, die uns die Geschichte auf eindrucksvolle Weise näherbrachten. Danach folgten weitere Sprachanimationen und Integrations‑Workshops, die uns als Gruppe noch enger zusammenbrachten.

Gruppenbild des Schüleraustausches an der WesternPlatte in Polen

Ein Ausflug nach Gdynia führte uns in den Hafen, wo wir die Schiffe „Błyskawica“ und „Dar Pomorza“ besichtigten und viel über ihre Geschichte erfuhren. Im Ozeanmuseum lernten wir mehr über das maritime Leben Polens. Beeindruckend für die Schüler war auf einen gehörlosen Mitarbeitet zu treffen, der uns noch weitere Inhalte vermitteln konnte. Auf dem Rückweg machten wir Halt in Sopot, spazierten über die berühmte Mole und hatten Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel und ein Bad im Meer. Am Abend erreichten wir unser Hostel, aßen gemeinsam zu Abend und verbrachten den restlichen Tag mit Gesprächen in kleinen Gruppen und Gesellschaftsspielen.

Gruppenbild_Schüleraustausch_am_Meer

Am letzten Tag führten wir eine Evaluation der gesamten Begegnung durch. Beim gemeinsamen Abschied begleiteten wir uns gegenseitig bis zum Bahnhof in Danzig. Danach trennten sich unsere Wege: Die polnische Gruppe fuhr zurück nach Warschau, wir nach Essen.

Wir werden die vielen Eindrücke, Begegnungen und Gespräche dieses deutsch‑polnischen Austauschs nicht vergessen. Die Verständigung in den unterschiedlichen Gebärdensprachen funktionierte erstaunlich gut — und wir können jetzt sogar einige polnische Gebärden. Unsere Schulpartnerschaft gibt es schon seit 15 Jahren, wir haben uns beidseitig oft besucht und dabei viele Barrieren überwunden.

Gruppenbild_Schüleraustausch

Unsere Projekte wurden vom Deutsch‑Polnischen Jugendwerk und dem Verein für Hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler finanziell unterstützt. Dafür bedanken wir uns sehr.

Logo des Polenaustausches